Schuh-Tipps (6)

Lederlexikon

Leder ist kein gleichmäßiges,einheitliches Produkt. Selbst bei gleichen Ledern treten häufig große Qualitätsunterschiede auf. Sie sind darauf zurückzuführen, daß die tierische Haut ein auf natürliche Weise gewachsenes Material ist.

Es kann durch die spätere Gerbung und Zurichtung zwar in seinen Eigenschaften verbessert, in seiner Struktur jedoch nicht wesentlich verändert werden. Hieraus ergibt sich, daß für die Eigenschaften und das Aussehen des Leders in erster Linie die Beschaffenheit der Rohhaut ausschlaggebend ist. Damit Sie beim Schuhkauf "mitreden" können, wollen wir Ihnen in kurzer, knapper Form einen Überblick über die bei der Schuhherstellung gebräuchlichen Lederarten geben.

Lederarten

ANILINLEDER
BABY-CALF
BESCHICHTETES LEDER
BÜFFELLEDER
CHEVREAUX
FOLIENLEDER
FUTTERLEDER
GEKRISPELTES LEDER
GESCHLIFFENES LEDER
GLACÉELEDER
IMPRÄGNIERTES LEDER
JUCHTEN
KALBLEDER
KALBVELOURSLEDER
KIPS
KNAUTSCHLACK
LACKLEDER
LAMMLEDER
LAMMFELL (-PELZ)
MASTKALBLEDER (Mastbox)
METALLISIERTES LEDER
NAPPALEDER
NARBENLEDER
NUBUK
PECCARY-LEDER
PELZVELOURS
RAHMENLEDER
RAUHLEDER
RINDBOX
SAFFIAN
SÄMISCHLEDER
SAMTLEDER
SCHRUMPFLEDER
SCHWEINSLEDER
SEMI-ANILINLEDER
SOFTY-LEDER
SOHLLEDER
VELOURSLEDER
VOLLNARBIGES LEDER
WALKLEDER
WATERPROOF
WlLDLEDER
ZIEGENLEDER

als Anilinleder bezeichneten Leder erhalten eine Durchfärbung mit wasserlöslichen Anilinfarbstoffen. Da ein Pigment- oder Deckfarbenaufstrich fehlt, ist die Hautstruktur deutlich zu erkennen. Die Anilinfarben können auch auf die Oberfläche deckend aufgespritzt werden. Diese Kombination von Pigmentfarben und Anilinfärbung wird Semi-Anilin genannt.

Baby-Calf Kalbsleder aus leichten, kleinen Fellen mit glatten oder fein gekrispelten Narben ohne Prägung. Der Finish ist mehr oder weniger glänzend und wird durch Glanzstoßen oder Bügeln erreicht.

Beschichtetes Leder Mit einem dünnen Kunststoffilm überzogenes Leder, das dem Lackleder ähnlich ist.

Büffelleder Leder aus Büffelhäuten. Es handelt sich meist um die in Indien und Indonesien lebenden Wasserbüffel, nicht um die fast ausgestorbenen Wildbüffel (Bisons) der nordamerikanischen Prärie.

Chevreaux Schuhoberleder aus Zickel- und Ziegenfellen, reinchromgegerbt, mit glattem leuchtendem, glanzgestoßenem Narben. Dieses Leder wird auch für Lederwaren verwendet.

Folienleder Leder, dessen Oberfläche mit einer Kunststoffolie oder einem Film aus anderem künstlichen Material (ähnlich dem Lackleder) beschichtet wurde. Es darf als „Leder" bezeichnet werden, wenn der Plastikfilm nicht dicker als 0,15 mm ist. Trotz der Oberflächenabdeckung bleibt bei genügend starker Lederschicht die wasserdampfspeichernde Wirkung des Leders erhalten.

Futterleder Alle Leder zum Füttern von Schuhen, Lederwaren usw.

Gekrispeltes Leder Geschmeidig gearbeitetes Leder, dessen Oberfläche leicht gekräuselt wurde. Dabei wird Narben auf Narben gefaltet und die Falte über das Leder von Hand (pantoffelt) oder mit der Maschine hin und her gerollt.

Geschliffenes Leder Leder, dessen oberste Narbenschicht abgeschliffen wurde.

Glaceeleder Ein mit einer Mischung aus Alaun, Mehl und Eigelb (Weißgerbung) gegerbtes Handschuhleder, meist Zickelleder. Die Farbe wird mit einer Bürste nur auf der Oberfläche aufgetragen.

Imprägniertes Leder Ein Leder, das durch Einlagerung verschiedener Stoffe wasserabweisend wird, ohne dadurch seine typischen Ledereigenschaften zu verlieren.

Juchten Ein weich gegerbtes Rind- oder Kalbleder, das in Nachahmung des echten russischen Juchtenleders mit Birkenteeröl wohlriechend gemacht wurde.

Kalbleder Leder aus den in seiner Struktur festeren Fellen eines jungen Tieres der Rinderrasse. Die Grenze zwischen Kalbfell und Rindhaut ist von Land zu Land schwankend.

Kalbveloursleder Kalbleder mit einem samtartigen Schliff auf der Fleischseite (siehe auch Rauhleder, Samtleder).

Kips Das Leder einer kleinen Rinderrasse südostasiatischen oder ostafrikanischen Ursprungs.

Knautschlack Weiches Lackleder mit faltiger oder zerknitterter Oberfläche. zurück

Lackleder Mit einem glänzenden, spiegelglatten Film überzogenes Leder. Dabei werden eine oder mehrere Schichten von Firnis oder Lack mit oder ohne Farbzusätze nacheinander aufgetragen.

Lammleder Das aus Lammfellen hergestellte Leder. Es wird vorwiegend für Bekleidungs- und Handschuhzwecke verwendet.

Lammfell (-pelz) In der Wolle gegerbtes und zugerichtetes Leder aus kurzwolligen Schaf- oder Lammfellen.

Mastkalbleder
(Mastbox) Leder aus großen Kalbfellen für Schuhe und Lederwaren (siehe Kalbleder).

Metallisiertes Leder Ein Leder mit glänzendem Überzug, wobei die Endzurichtung (Finish) durch die Zugabe von Metallpuder oder durch das Aufbringen einer Metallfolie erfolgt.

Nappaleder Ursprünglich ein weiches, vollnarbiges Handschuh- oder Bekleidungsleder aus Schaf- oder Ziegenfellen, meist durchgefärbt. Heute Bezeichnung für alle sehr weichen, griffigen Leder jeglicher Rohwarenart und für alle Verwendungszwecke.

Narbenleder Narbenseitig zugerichtetes Leder, dessen Narbenschicht voll erhalten ist.

Nubuk Ein festes, narbenseitig geschliffenes Kalb- oder Rindleder mit samtartiger Oberfläche.

Peccary-Leder Ein Narbenleder aus den Häuten südamerikanischer wildlebender Schweine, vorwiegend für Handschuhe, aber auch für Schuhe. Es handelt sich um eines der Leder, die allgemein „Schweinsleder" genannt werden.

Pelzvelours Ein kurzwolliges auf der Fleischseite rauhlederartig zugerichtetes Lamm- oder Schaffell, vorwiegend für Bekleidung.

Rahmenleder Ein meist aus Rindhäuten hergestelltes Leder, das speziell für die Herstellung von Schuhrahmen geeignet ist. Der Rahmen stellt die Verbindung zwischen Schuhoberteil (Schaft) und Sohle her.

Rauhleder Rauhleder sind entweder von der Narbenseite (Nubuk) oder von der Fleischseite (Velours) angeschliffene Leder.

Rindbox Bezeichnung für ein vollnarbiges, chromgegerbtes Rindleder, glatt oder genarbt. zurück

Saffian Das unter Verwendung von Sumach vegetabil gegerbte Ziegenleder mit einem natürlichen, charakteristischen Narbenbild.

Sämischleder Ein durch Oxydation on Tran oder Fischöl in Schaf- oder Lammfellen, deren Narben abgespalten wurde, hergestelltes Leder. Es wird vor allem als Fensterleder verwendet. zurück

Samtleder Das Leder, dessen Fleischseite geschliffen wurde und dadurch einen feinen, samtartigen Charakter erhält (siehe Rauhleder).

Schrumpfleder Ein Leder, dessen Narbenschicht durch eine besondere Gerbung zum Schrumpfen gebracht wurde. Dadurch erhält der Narben ein unebenes Bild von Falten und Rillen.

Schweinsleder Im Gegensatz zu Peccary (siehe dort) das Leder aus Haut des Hausschweins.

Semi-Anilinleder Leder, das unter Mitverwendung von deckendem Pigmentfarbstoff anilin-gefärbt wird.

Softy-Leder Ein allgemeiner Begriff für sehr weiches und anschmiegsames Leder.

Sohlleder Das Leder für die Laufsohle des Schuhes ist vegetabil, aber manchmal auch kombiniert gegerbt. Andere Begriffe: Unterleder, Bodenleder, Vacheleder.

Veloursleder Auch „Rauhleder" genannt. Es ist ein entweder von der Narbenseite (Nubuk) oder von der Fleischseite (Velours) angeschliffenes Leder.

Vollnarbiges Leder Leder mit vollem, natürlichem Narben, wie er nach Entfernung der Haare sichtbar wird. Der Narben wird weder durch Schleifen noch durch Spalten verändert.

Walkleder Ein Rindleder, ähnlich dem Blankleder, dessen mittlere Hautschicht nur teilweise gegerbt wurde. Das im Gerbfaß gewalkte Leder wird vornehmlich im Orthopädiebereich bei der Herstellung von Prothesen verwendet.

Waterproof Ein chromgegerbtes oder kombiniert gegerbtes, wasserabweisendes Leder, ursprünglich stark gefettet. Es können jedoch auch andere imprägnierende Zusätze verwendet werden.


Wildleder Ein Rauhleder aus Wildfellen (z.B. Elch, Hirsch, Reh, Gemse, Antilope), dessen Narben entfernt werden. In Deutschland wird der Ausdruck Wildleder oft fälschlicherweise für alle Arten Rauhleder verwendet.


Ziegenleder Ein Leder aus Ziegenfellen, zugerichtet wie Chevreaux, mit einer weichen glänzenden Narbenoberfläche, jedoch nicht rein chrom-, sondern kombiniert gegerbt.


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